Licht verstehen | Fragen & Antworten aus der Praxis
Licht verstehen – die wichtigsten Begriffe einfach erklärt
Licht lässt sich messen. Aber wie es in einem Raum wirkt, hängt von mehr ab als von einer Zahl auf der Verpackung.
Was bedeuten eigentlich Lumen, Lux oder Kelvin? Und warum kann eine Leuchte trotz hoher Lichtleistung unangenehm wirken?
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+ Lumen (lm) – wie viel Licht gibt eine Leuchte ab?
Lumen bezeichnet den Lichtstrom, also die gesamte Menge des sichtbaren Lichts, die eine Lichtquelle abgibt.
Je höher der Lumenwert, desto mehr Licht liefert sie insgesamt. Wie hell ein bestimmter Bereich tatsächlich wird, hängt allerdings auch davon ab, wohin das Licht fällt und wie es sich verteilt.
Gut zu wissen: Zwei Leuchten mit gleicher Lumenzahl können einen Raum völlig unterschiedlich beleuchten.
+ Lux (lx) – wie viel Licht kommt an?
Lux beschreibt die Beleuchtungsstärke auf einer Fläche.
Ein Schreibtisch benötigt für konzentriertes Arbeiten meist eine höhere Beleuchtungsstärke als eine gemütliche Sitzecke.
Dabei spielen nicht nur die Leuchte, sondern auch ihr Abstand, ihre Ausrichtung und die Lichtverteilung eine Rolle.
Gut zu wissen: 1 Lux entspricht 1 Lumen pro Quadratmeter.
+ Kelvin (K) – welche Farbe hat das Licht?
Kelvin beschreibt die Farbtemperatur einer Lichtquelle.
- 2700 K: warmweiß, häufig für Wohnräume verwendet
- 4000 K: neutralweiß, beispielsweise für Arbeitsbereiche
- 5000 bis 6500 K: tageslichtweiß, mit einem kühleren Farbeindruck
Die Lichtfarbe beeinflusst, wie wir Materialien, Farben und die Atmosphäre eines Raumes wahrnehmen.
Gut zu wissen: Mehr Kelvin bedeutet nicht automatisch mehr Helligkeit.
+ CRI oder Ra – wie werden Farben wiedergegeben?
Der Farbwiedergabeindex beschreibt, wie ähnlich bestimmte Farben unter einer künstlichen Lichtquelle im Vergleich zu einer definierten Referenzlichtquelle erscheinen.
Ein Ra-Wert von 80 ist für viele allgemeine Beleuchtungsaufgaben üblich. Werte ab 90 sind besonders interessant, wenn es auf eine differenzierte Farbwiedergabe ankommt.
Gut zu wissen: Ein hoher Ra-Wert ist hilfreich, beschreibt aber nicht sämtliche Eigenschaften der Farbwiedergabe.
+ Abstrahlwinkel – wohin fällt das Licht?
Der Abstrahlwinkel beschreibt die Breite des Lichtkegels einer Leuchte.
Ein enger Winkel eignet sich beispielsweise, um ein Bild oder ein einzelnes Objekt hervorzuheben.
Ein breiter Winkel verteilt das Licht über eine größere Fläche.
Gut zu wissen: Ein breiter Abstrahlwinkel bedeutet nicht automatisch blendfreies oder gleichmäßiges Licht.
+ Halbstreuwinkel – wie wird der Lichtkegel gemessen?
Der Halbstreuwinkel beschreibt den Winkel zwischen der Hauptstrahlrichtung und der Richtung, in der die Lichtstärke auf die Hälfte ihres Maximalwertes abgefallen ist.
Bei einem symmetrischen Lichtkegel entspricht der übliche volle Abstrahlwinkel dem Doppelten dieses Halbstreuwinkels.
Gut zu wissen: Der Halbstreuwinkel sagt nicht allein aus, wie weich ein Lichtkegel am Rand wirkt. Dafür ist die gesamte Lichtstärkeverteilung entscheidend.
+ Reflexion – warum verändern Oberflächen das Licht?
Licht bleibt nicht einfach dort, wo es auftrifft. Ein Teil wird von Oberflächen zurückgeworfen, ein anderer Teil aufgenommen.
Helle Wände reflektieren meist mehr Licht als dunkle. Glänzende Materialien können deutliche Spiegelungen erzeugen, während matte Oberflächen das Licht eher diffus verteilen.
Gut zu wissen: Nicht nur die Leuchte gestaltet das Licht. Auch der Raum selbst wirkt daran mit.
+ Farben im Raum – warum sieht dieselbe Leuchte überall anders aus?
Eine Leuchte kann in zwei Räumen völlig unterschiedlich wirken.
Wandfarben, Möbel, Bodenbeläge und Materialien beeinflussen, wie viel Licht zurückgeworfen wird und welche Farbtöne wir wahrnehmen.
Ein dunkler Raum benötigt für dieselbe Beleuchtungswirkung möglicherweise ein anderes Lichtkonzept als ein Raum mit hellen Oberflächen.
Gut zu wissen: Die Lichtplanung beginnt nicht erst bei der Leuchte, sondern beim Raum.